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SCHLUSSDOKUMENT - DAS GESCHEHEN
Das Treffen fand im Sitz des Päpstlichen Rates für
die Pastoral der Migranten und der Menschen unterwegs im Rom statt.
Teilgenommen haben außer den Ratsvorsitzenden und zwei Offizielle
des Rates zwei Bischöfe und mehrere Geistliche sowie Ordensleute
und Laien als Vertreter der Bischofskonferenzen von elf europäischen
Nationen, das heißt Deutschland, Estland, Irland, Italien,
Österreich, Polen, Portugal, Russische Bund, Spanien, Tschechien
und Ungarn; außerdem sieben weitere Länder anderer
Kontinente einschließlich ihrer Experten, nämlich Bolivien,
Brasilien, Kongo, Indien, Mexiko, Peru und Philippinen. Es waren
neben dem Generalsekretär der Internationalen Caritas auch
Delegierte des „Kindermissionswerks“ (Deutschland)
und Vertreter der Kongregation der Salesianer, der Schwestern
des Guten Hirten und der Brüder der Christlichen Schulen
anwesend.
Eine ermutigend Botschaft erreichte die Teilnehmer der Versammlung
vonseiten des Heiligen Vaters, der mit einem Telegramm, das die
Unterschrift von Staatssekretär Kardinal Angelo Sodano trug,
herzlichen Grüße übermittelte und seine wärmsten
Glückwünsche für ein gutes Gelingen des Kongresses
aussprach. Der Text erinnert an die besondere Vorliebe unseres
Göttlichen Meisters für die Kinder, weshalb der „Heilige
Vater die Hoffnung ausspricht, dass dieses gewiss nützliche
Treffen dazu beitrage, konkrete Vorschläge und wirksame Mittel
für die Aufnahme und den Beistand für diese Jugendlichen
zu formulieren, die in Gefahr sind, weil sie kein Zuhause und
keine Familie haben, und für die Verteidigung der Rechte
und der Würde jedes einzelnen Jungen und jedes einzelnen
Mädchens, dass sich in Schwierigkeiten befindet.“ Zur
„Besiegelung“ dieser „unbedingt erforderlichen
sozialen und religiösen Aktion“, hat Seine Heiligkeit
allen Teilnehmern, die sich der Welt der Jugendlichen und ihrer
Evangelisierung widmen, sowie all jenen, die ihrer Sorge anvertraut
sind, ein wohlmeinendes Gebet zugesichert
Der Präsident des Päpstlichen Rates, S.E. Kardinal
Stephen Fumio Hamao hat die Arbeiten mit einem sehr herzlichen
Gruß und mit einem Beitrag zum Thema „Die Kinder,
darunter auch die Kinder der Straße, im Lichte der jüngsten
Lehren von Johannes Paul II.“ Er hat besonders die Bedeutung
dieses Phänomens unterstrichen, dass die Aufmerksamkeit und
die seelsorgerische Fürsorge der Universellen Kirche und
der Ortskirchen erfordert. Im Besonderen – so bekräftigte
der Kardinal – „wird die Straße Ort der Planung
für eine besondere Pastoral für die Kinder sein, die
auf ihr leben“
Erzbischof Agostino Marchetto, Sekretär des Dikasteriums
hat dagegen in einem Beitrag unter dem Titel: ‚Die Pastoral
der Aufnahmebereitschaft’ zugunsten der Straßenkinder
einige Kriterien zur Beurteilung dieses Phänomens dargelegt.
In ihr hat er ein großes und wichtiges Gebiet des Apostolats
besonders hervorgehoben, das auch eine neue Art von Objekten-Subjekten
der Pastoral voraussetzt. Er bezog sich dabei vor allem auf die
Jungen und Mädchen, von denen viele innerhalb unserer großen
und kalten Städte leben.
Die sich anschließenden Beiträge der Teilnehmer an
diesem Treffen haben jeweils verschiedene Aspekte der heutigen
„Realität“ auf der Straße besonders hervorgehoben.
Die Kirche beobachtet diese Welt voller Sympathie und fordert
dazu auf, die spirituellen und theologischen Werte aufzugreifen,
die einem seelsorgerischen Einsatz zugrunde liegen, der auch den
Straßenkindern das Wohlwollen Gottes enthüllt, wobei
sich alle der Tatsache bewusst sind, von welchen Tragödien
diese Erfahrung durchdrungen ist. Dies ist der Grund für
die besondere Sorge um das dramatische Anwachsen der Zahl der
Straßenkinder und der Kinder auf der Straße, eine
Sorge, aus der sich die dringende Notwendigkeit einer seelsorgerischen
Tätigkeit neben den bereits bestehenden lobenswerten Hilfsinitiativen
ergibt, aber auch die Schwierigkeit, eine solche Tätigkeit
in die bestehenden kirchlichen Strukturen einzuschließen.
Der Beitrag von Prof. Mario Pollo mit dem Titel: „Die Pastoral
der Straßenkinder“ (Überblick), lieferte ein
allgemeines Bild der Situation, wie es sich aus der Beantwortung
der Fragebögen ergibt, die zuvor an alle Teilnehmer versandt
worden sind. Aus diesem Bild resultiert ein Mangel gerade im Hinblick
auf den im eigentlichen Sinne seelsorgerischen Aspekt der bisherigen
Unternehmungen.
Während des Gesprächs am Runden Tisch, an dem sich sechs
Fachleute beteiligten, wurde versucht, „in großen
Linien eine spezifische Pastoral zu entwickeln“.
Am Ende dieses internationalen Treffens, bei dem Informationen,
Meinungen und gründliche Untersuchungen zum Thema ausgetauscht
wurden, hat man mit Dankbarkeit zur Kenntnis genommen, wie viele
Initiativen es bereits gibt, aber auch wie unterschiedlich die
Situation in den verschiedenen Ländern ist.
Es wurde der Entschluss bekräftigt, die in diesen beiden
Tagen begonnene Arbeit fortzusetzen und die Teilnehmer haben „Taktiken“
und „Strategien“, Methoden und Zielvorstellungen für
die Zukunft geprüft und erwägt, die in diesem Schlussdokument
zusammengefasst sind.
SCHLUSSFOLGERUNGEN
1. Gerade wie für die allgemeine und politische Gesellschaft
stellen die Straßenkinder zweifellos auch für die Kirche
eine der anspruchvollsten und beunruhigendsten Herausforderungen
unseres Jahrhunderts dar. Wir stehen einem Phänomen von ungeahnten
Ausmaßen gegenüber, die auch die öffentlichen
Einrichtungen überraschen: eine Bevölkerung von etwa
einer Million Kinder nach den Schätzungen von „Amnesty
International“ (150 Millionen nach Angaben der Internationalen
Organisation der Arbeit); ein Phänomen, das zudem fast überall
im Ansteigen begriffen ist: in jeder Hinsicht ein pastoraler,
aber auch ein sozialer Notfall.
2. Man hat festgestellt, dass die öffentlichen Einrichtungen,
auch wenn sie deutlich machen, dass sie sich der Bedeutung des
Phänomens voll bewusst sind, nicht in einer Weise aktiv werden,
die ausreicht, um dieses Bewusstsein in ein wirksames Eingreifen
zugunsten der Vorsorge und der Wiedereingliederung zu verwandeln.
Und in der Gesellschaft allgemein finden wir vorwiegend eine Einstellung
sozialen Alarms, denn man sieht sich einer Bedrohung der öffentlichen
Ordnung gegenüber. Man hat sich daher eher um den persönlichen
Schutz vor dieser Gefahr, die die Straßenkinder darstellen,
gesorgt, als um Maßnahmen, ihnen zu helfen. Nur zögernd
entwickelt sich ein humanitäreres Interesse und Solidarität
angesichts dieses Problems, und darüber hinaus eine christliche
Einstellung ihm gegenüber.
3. Es hat sich während des Treffens deutlich gezeigt, dass
die Straßenkinder im engeren Sinn keinerlei Beziehung zu
der Familie haben, aus der sie stammen. Wir sprechen von den Jugendlichen,
die aus der Straße ihren Wohnsitz gemacht haben und oft
gezwungen sind, dort auch zu schlafen. In ihrem Kreise trifft
man auf die unterschiedlichsten Situationen. Um nur die wichtigsten
zu erwähnen: da sind die, die eine traumatische Erfahrung
gemacht haben, als ihre Familie auseinandergebrochen und sie alleine
geblieben sind, oder die, die von zu Hause fortgejagt worden oder
weggelaufen sind, weil sich niemand um sie gekümmert hat
oder weil sie misshandelt wurden. Da sind die, die ihr Zuhause
ablehnen oder von ihm abgelehnt werden, weil sie mit Formen der
Abweichung zu tun hatten (Drogen, Alkohol, Diebstahl und verschiedene
andere Methoden, um sich durchzuschlagen); da sind jene, die durch
die Versprechungen, Verführung oder auch durch Gewalt vonseiten
der Erwachsenen oder durch kriminelle Banden dazu gebracht worden
sind, auf der Straße zu leben. Dies passiert besonders jungen
Ausländerinnen, die gezwungen werden, sich zu prostituieren
oder für minderjährige Ausländer ohne Begleitung,
die zum Betteln gezwungen werden. Diese machen die Erfahrung,
dass die Ordnungskräfte oder auch das Gefängnis bald
in ihrem Leben eine Rolle spielen. In den Entwicklungsländern
ist die Zahl der Kinder, die in diese Kategorie fallen, erschreckend
hoch.
4. Ganz anders als die Kategorie, von der wir bisher sprachen,
stellt sich die der „Kinder auf der Straßen“
dar, das heißt jener Jugendlichen, die einen großen
Teil ihrer Zeit auf der Straße verbringen, auch wenn sie
nicht ohne ein „Zuhause“ sind und sehr wohl Beziehungen
zu ihrer Herkunftsfamilie haben. Sie ziehen es vor, in wenig empfehlenswerter
Gesellschaft in den Tag hineinzuleben ohne sich für ihre
Ausbildung oder ihre Zukunft verantwortlich zu fühlen. Normalerweise
leben sie außerhalb der Familie, auch wenn sie dorthin zurückkehren
und einen Unterschlupf zum Schlafen finden können. Ihre Zahl
ist auch in den entwickelten Ländern besorgniserregend.
5. Zahlreiche verschiedene Gründe führen zu diesem
sozialen Phänomen von immer alarmierenderen Ausmaßen.
Unter den wichtigsten wurden die folgenden genannt:
- Der zunehmende Zerfall der Familien, Situationen der Spannung
zwischen den Eltern, aggressive, gewalttätige und manchmal
perverse Verhaltensweisen den Kindern gegenüber;
- Emigration mit der sich daraus ergebenden Entwurzelung aus der
gewohnten Lebensumgebung mit der Folge von Orientierungslosigkeit;
- Bedingungen der Armut und des Elends, die dem Betroffenen die
Würde und auch das zum Leben Unentbehrliche nehmen;
- Die zunehmende Verbreitung von Drogenabhängigkeit und Alkoholismus;
- Die Prostitution und die Sexindustrie, die auch weiterhin eine
erschreckende Zahl an Opfern fordert, die oft mit unvorstellbarer
Gewalt in fürchterlichste Sklaverei gebracht werden;
- Die Kriege und die sozialen Unruhen, die auch für die Minderjährigen
die Normalität des Lebens zerstören;
- Die Tatsache, dass sich vor allem in Europa eine „Kultur
der Drogenabhängigkeit Exzesse und der Transgression“
verbreitet;
- Das Fehlen von Werten zur Orientierung, die Einsamkeit und das
immer stärker werdende Gefühl einer existentiellen Leere,
die die Welt der Jugendlichen im Allgemeinen kennzeichnet.
6. Je alarmierender das Ausmaß dieses Problems und je größer
der Mangel an wirksamer Präsenz der öffentlichen Gewalt
ist, um so mehr und als um so wertvoller wird in diesem Bereich
der Einsatz der privaten Sozialarbeit und des Volontariats anerkannt.
Die Vereinigungen im kirchlichen Bereich oder auch christlicher
Prägung sind sehr aktiv und wirksam, aber sie sind nicht
ausreichend angesichts eines ungeheuren Bedarfs. In der Mehrzahl
der Fälle arbeiten sie zudem ohne einen Anschluss an eine
spezifische organische Seelsorge. So wurde festgestellt, dass
die Diözesen und die nationalen Bischofskonferenzen sich
dieses Problems noch nicht ausreichend angenommen haben, weder
im Hinblick auf die Vorsorge, noch hinsichtlich der Wiedereingliederung
der Kinder. Es gibt jedoch bereits positive Initiativen, die eine
Ermutigung und ein Anreiz für diejenigen bedeuten können,
die dieses Gebiet für zu undankbar halten, um hier größere
Energien einzusetzen.
7. Im Laufe des Treffens wurde festgestellt, dass die Aktivitäten
in der Mehrzahl der Fälle von außerordentlich motiviertem
und beruflich sehr qualifizierten Personen durchgesetzt und vorangebracht
werden, voller Respekt sowohl vor den Verantwortlichen dieser
Initiativen wie auch vor der Gruppe der freiwilligen Helfer.
8. Bei aller Unterschiedlichkeit der Ansätze, scheint es
doch eine Übereinstimmung zu geben, was das Wesentliche der
Ziele betrifft, das heißt:
- Die Straßenkinder wieder in ein normales Leben eingliedern,
das heißt, die Wiedereingliederung in die Gesellschaft,
aber vor allem in eine familiäre Umwelt, möglichst in
ihre Herkunftsfamilie oder auch in eine andere Familie, ansonsten
in Heime, immer jedoch sehr familiärer Art;
- Dem Kind das Vertrauen in sich selbst zurückgeben, ihm
wieder Achtung vor sich selbst geben, den Sinn für die eigene
Würde und damit die Verantwortung für sich selbst;
- In ihm den echten Wunsch wach werden lassen, die Schule zu absolvieren
und sich beruflich auf eine Eingliederung in die Gesellschaft
auch in beruflicher Hinsicht vorzubereiten, um so aus eigener
Kraft und unabhängig von anderen anständige und befriedigende
Pläne für das eigene Leben zu entwickeln.
9. Sehr unterschiedlich und verschiedener Art waren dagegen die
Arten der Aktivitäten zugunsten der Straßenkinder:
- Der sogenannte Straßeneinsatz, der den Kontakt mit den
Jugendlichen an den Orten vorsieht, wo sie zusammenkommen, um
so mit Einfühlungsvermögen eine vertrauensvolle Beziehung
aufzubauen, die es den Jugendlichen ermöglicht, sich mit
all ihrem Unbehagen und ihrer Abweichung dem Erzieher gegenüber
zu öffnen;
- Die Tageszentren, die sich um die Förderung der wesentlichen
Lebensbedingungen der Jugendlichen kümmern, damit sie anständig
leben können;
- Die Hilfsinitiativen, die die primären Bedürfnisse
befriedigen sollen: Essen, Kleidung sowie soziale und sanitäre
Hilfe;
- Strukturen zur Erziehung und Ausbildung: Heime, Schulen und
Kurse für die Berufsausbildung ;
- Auffangstellen mit Unterbringung, wo auch eine schulische oder
berufliche Ausbildung angeboten wird, wo aber vor allem Wert auf
die menschliche Nähe gelegt wird und wo die Unterstützung
auch im sozialpädagogischen Bereich gegeben ist; in einigen
Fällen wird auch für eine geistliche Begleitung auf
dem mühevollen Weg zu einer inneren Genesung und zur Heilung
des Herzens gesorgt, die auf dem Evangelium basiert;
- Aktivitäten, die auf die Wiedereingliederung des Jugendlichen
in seine eigentliche Herkunftsfamilie abzielen oder auf seine
Adoption durch andere Gemeinschaften;
- Die Aktivität mit dem am weitesten gestreuten Tätigkeitsgebiet,
die das Ziel hat, die allgemeine und die kirchliche Gemeinschaft
anzusprechen, und zwar nicht nur, um sie zu informieren, sondern
um sie für diese Probleme empfänglicher zu machen und
sie teilhaben zu lassen an den Bemühungen, diesem Phänomen
vorzubeugen, und dabei zu helfen, diese Jugendlichen wieder in
ihre natürliche Umgebung einzugliedern;
- Schulungen und Kurse zur Ausbildung für die in diesem Bereich
Beschäftigten und die freiwilligen Helfer, damit alle über
solide berufliche Kenntnisse verfügen.
10. Was die Methode betrifft, so wurden auf dem Treffen die folgenden
Dinge als grundlegend betrachtet:
- Arbeit in der Gruppe für alle Helfer;
- Paralleler Einsatz auch zur Unterstützung der Eltern, wenn
sie auffindbar und für eine Mitarbeit zu gewinnen sind;
- Wiedereingliederung in die Schule und in die Berufsausbildung;
- Aufbau und Erweiterung von Gruppen, die freundschaftlich miteinander
verbunden sind, auch außerhalb der Aufnahmestrukturen;
- Große Bedeutung kommt dem spielerischen und sportlichen
Aspekt zu, der den Jugendlichen dazu anregt, aktiv eine verantwortliche
und kreative Rolle zu übernehmen.
11. Der Einsatz bei den Straßenkindern ist sicher nicht
einfach, im Gegenteil, oft scheint er vergeblich und frustrierend
und in einem solchen Fall kann die Versuchung mächtig werden,
die Waffen zu strecken und sich zurückzuziehen. Das ist der
Augenblick, um auf die tieferen Gründe zurückzugreifen,
die den Betroffenen einmal dazu veranlasst haben, sich diesem
verdienstvollen Werk zu widmen. Für den Gläubigen handelt
es sich in erster Linie um Motivationen durch den Glauben. Es
ist in jedem Falle nützlich, die Aufmerksam auf jene zu richten,
die eindeutig positive Erfahrungen machen, sowie - das ist während
des Treffens deutlich geworden - auf jene, die richtigerweise
behaupten, dass die Arbeit in vielen, ja manchmal sogar in der
Mehrheit der Fälle, zufriedenstellende Ergebnisse bringt.
Die Klugheit gebietet jedoch, die Bestätigung hierfür
der Zeit zu überlassen, um zum Beispiel nach fünf Jahren
zu prüfen, ob die Wiedereingliederung und die Normalisierung
der betroffenen Person „gehalten“ hat. Es könnte
nämlich zu einem Rückfall kommen, zu einer Rückkehr
auf die Straße; auch das Gegenteil sollte jedoch überprüft
werden bei Personen, die sich in einem ersten Moment unempfänglich
den Bemühungen eines Erziehers gegenüber gezeigt haben,
und die sich vielleicht später auf den Weg zur Wiedereingliederung
machen und sich den Werten öffnen, die ihnen vorgeschlagen
worden waren.
12. Ganz allgemein wurde jedoch festgestellt, dass ein Eingreifen
dringend ist: der Name der Kindheit ist „heute“, morgen
ist schon zu spät. Außerdem ist eine Wiedereingliederung
im Kindesalter relativ einfach, sicher ist nicht mehr so einfach,
wenn einmal die Adoleszenz begonnen hat.
13. Leider ist das Konvention der UNO über die Rechte der
Kinder aus dem Jahr 1989 in vielen Ländern zwar formal anerkannt,
aber in der Durchsetzung wird es noch immer weitgehend missachtet.
EMPFEHLUNGEN
1. Es ist offensichtlich geworden, dass man sich der Ernsthaftigkeit
des Phänomens stärker bewusst werden muss und dass wir
einen intensiveren und systematischeren Einsatz brauchen, um uns
mit ihm zu befassen. Das gilt auch für den kirchlichen Bereich,
wo die Initiativen humanitärer Art zugunsten der Straßenkinder
von dem vorrangigen Ziel der Evangelisierung begleitet werden
müssten. Von allen wurde der Wunsch einer spezifischen Seelsorge
für diese Jugendlichen ausgesprochen, die neue Strategien
und Modalitäten formuliert, um sie in Kontakt zu setzen mit
der befreienden und heilenden Kraft des Evangeliums.
2. Wie jedoch auch aus der Umfrage hervorging, die vor diesem
Kongress gemacht wurde, geht auch im kirchlichen Bereich nur eine
Minderheit von Initiativen über rein sozialhelferische und
sozialpädagogische Eingriffe hinaus, und zumindest in einem
ersten Moment gibt es bei dem Versuch die religiöse Seite
des Jugendlichen wieder zu gewinnen und ihr einen neuen Wert beizumessen,
keine klaren seelsorgerischen Eigenschaften einer ersten oder
auch einer neuen Evangelisierung.
3. Es wird also festgestellt, dass es einen zweifachen Weg und
eine zweifache Art und Weise einzugreifen gibt. Der eine zielt
unmittelbar auf den religiösen Vorschlag und ganz besonders
auf die Evangelisierung ab, um den Jugendlichen, wenn er einmal
das Gebiet des Glaubens betreten hat, auch für die humanen
Werte zu gewinnen und für die Befreiung von den Konditionierungen
und den Zerrüttungen, die ihn auf die Straße gebracht
haben. Oder man zielt darauf ab, den Jugendlichen vom humanen
Gesichtspunkt aus wieder zurückzuholen, um ihm sein Gleichgewicht
und seine Normalität, erfüllt von menschlicher Identität,
wiederzugeben. Diese geduldige Arbeit wird dann von religiösen
Vorschlägen und Hinweisen begleitet, in dem Maße, in
dem dies mit der Situation des Jugendlichen und dem Land, in dem
er sich befindet, vereinbar ist.
Diese Vorschläge – so wird vermutet – stehen
durchaus nicht im Gegensatz zueinander. Der eine wie der andere
mögen gangbare Wege sein; die Entscheidung hängt von
der persönlichen Situation des Jugendlichen und von der Umgebung
ab, in der er sich befindet, vor allem aber auch von der Persönlichkeit
der Erzieher.
4. Dies stellt in jedem Fall den Bezugsrahmen dar für denjenigen,
der unmittelbar bei dem religiösen Vorschlag ansetzt, dem
grundlegende Bedeutung zukommt, denn das Problem, dass die Menschen
auf der Straße miteinander teilen, ist nicht so sehr das
Elend, die Drogenabhängigkeit, der Alkoholismus, das abweichende
Verhalten, die Gewalt, die Kriminalität, AIDS oder die Prostitution,
sondern vielmehr das fürchterliche Übel, der ‚Tod
der Seele’ („denn der Lohn der Sünde ist der
Tod“ : Röm 6, 23). [Es handelt sich hier viel zu oft
um Geschöpfe, die zwar in der Blüte der Jugend stehen,
aber „innerlich tot“ sind].
a) Daher ist es erforderlich, der dringenden Aufforderung zu einer
neuen Evangelisierung nachzukommen, die der Heilige Vater seit
Jahren wiederholt. Nur die Begegnung mit dem Auferstandenen Christus
kann demjenigen, der im Tode ist, die Freude der Wiederauferstehung
zuteil werden lassen. Nur die Begegnung mit IHM, der gekommen
ist, die Wunden der zerbrochenen Herzen zu verbinden, kann eine
grundlegende Heilung der verheerenden Wunden eines Herzens bewirken,
das schockiert und versteinert ist durch zu viele Frustrationen
und die Gewalt, die ihm zugefügt wurde.
b) Es ist deswegen von grundlegender Bedeutung, mit viel Fantasie,
Kreativität und Mut von der Pastoral der Erwartung zur Pastoral
der Begegnung überzugehen, um die Jugendlichen an ihrem neuen
Ort der Begegnung zu treffen, auf der Straße, auf den Plätzen
oder auch in den Diskotheken und den „heißen“
Gegenden unserer Großstädte, um diejenigen zutreffen,
die diese Orte besuchen. Wir müssen ihnen voller Liebe entgegengehen,
um ihnen die frohe Botschaft zu bringen und unsere eigene Lebenserfahrung
zu bezeugen, dass Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben
ist.
c) Es ist unerlässlich, Zeugnis abzulegen von dem Licht Jesu,
der denen, die von der Finsternis geplagt werden, leuchtet und
neue Wege öffnet. Es ist daher dringend, in der christlichen
Gemeinschaft die Berufung zum Dienst und zur Mission im Rahmen
eines wachsenden und empfundenen Bewusstseins der erlösenden
Macht des Glaubens und der Sakramente zu wecken. Zu viele Jugendliche
sterben auf der Straße umgeben von der Gleichgültigkeit
der meisten: dem betrübten Aufruf des Heiligen Vaters zur
neuen Evangelisierung nicht nachzukommen, ist eine wirkliche Unterlassungssünde,
weil unseren „sterbenden“ Brüdern nicht geholfen
wird. Es ist darum wichtig, innerhalb der Projekte der Seelsorge
über die verschiedensten Eingriffsmöglichkeiten nachzudenken,
die auch dem, der „fern steht“ die erste Verkündigung
bringen, die auch den Straßenkindern die Möglichkeit
geben, begleitet zu werden, um mit der Gemeinschaft, der sie angehören
oder die sie adoptiert hat, eine neue Beziehung zu sich selbst,
zu den anderen und zu Gott aufzubauen und festzustellen, dass
es jemanden gibt, der sie liebt.
d) Gewünscht wird darum:
- Die Schaffung von Gemeinschaften und Gruppen (Pfarrgruppen und
andere), wo die Jugendlichen die Möglichkeit haben, das Evangelium
in seiner Radikalität zu leben, um höchstpersönlich
die heilende Kraft zu erfahren;
- Die Einrichtung von Gebetsschulen in den Pfarrgemeinden und
den verschiedenen anderen kirchlichen Einrichtungen, damit sie
der Kontemplation und der missionarischen Nachfolge in den unterschiedlichen
Gruppen neue Impulse geben.
- Der Aufbau von Arbeitsgruppen zur Evangelisierung, die in der
Lage sind mit Begeisterung für die wunderbare Nachricht Zeugnis
abzulegen, die Christus uns gebracht hat, sowie jugendliche ‚Missionare“,
die den anderen Jugendlichen und den ‚neuen Armen’
unseres Jahrhunderts die Umarmung des Wiederauferstandenen Christus
bringen;
- Darüber hinaus die Ausbildung von immer mehr und beruflich
immer besser ausgebildeten jungen Menschen in den verschiedenen
Diözesen, denen es gelingt, ihre musikalischen und künstlerischen
Talente zur Schaffung neuer Darbietungen zusammenfließen
zu lassen, die in der Lage sind, entscheidend zur Vorbeugung beizutragen
und mit ihrer Botschaft Tausende von Jugendlichen zu erreichen.
- Die Schaffung von Ausbildungszentren zur Evangelisierung auf
der Straße; die Einrichtung von alternativen Treffpunkten
für die Jugendlichen, von Treffpunkten, die Angebote machen,
die erfüllt sind von Werten und Bedeutung, Zentren, in denen
den Jugendlichen zugehört wird, und Initiativen zur Vorbeugung
und zur Evangelisierung in den Schulen.
- Das Bemühen, die Massenmedien als wertvolles Instrument
zu benutzen, um das Evangelium „Von allen Dächern“
zu verkünden.
- Die Einrichtung neuer Gemeinschaften und Auffanggruppen, die
die Jugendlichen auf einem langen und mühevollen Weg der
inneren Heilung begleiten, der auf dem Evangelium gründet,
mit all der Liebe, die Christus uns gelehrt hat, eine Liebe, der
es nicht genügt, Nächstenliebe zu üben, sondern
die den Schrei, die Angst, die Verletzungen, den Tod der Kleinen
und der Armen auf sich nimmt, eine Liebe, die bereit ist, sein
Leben für die Freunde zu geben.
5. Während des Treffens wurde jedenfalls festgestellt, dass
auch der Erzieher, der nicht von einer ausdrücklichen und
starken religiösen Vorschlag ausgeht, eine innere Haltung
mitbringen kann – und dies gilt für viele - die von
einem Glauben inspiriert, der sich in einem dreifachen evangelischen
Bild gut ausdrücken lässt – wir hoffen, dass es
viele Menschen inspirieren wird .
a) Zuallererst das Bild von Christus vor der Ehebrecherin: der
Meister erweist ihr Achtung und Zuneigung, er urteilt nicht und
verurteilt nicht den Menschen, sondern durch sein eigenes Beispiel
fordert er sie auf, ihr Leben zu ändern.
b) Das zweite Bild, das Bild des Guten Hirten, der sich auf die
Suche nach dem verirrten Schaf macht (um so mehr, wenn es sich
um ein Lämmchen handelt). Er fordert uns auf, nicht zu warten
und vor allem, nicht zu erwarten, dass es das Schäfchen ist,
dass den Weg zurück zum Stall findet. Darum sind die notwendigen,
wünschenswerten Phasen für eine Seelsorge der Straßenkinder:
- Beobachten, zuhören, die Welt, die so geheimnisvoll ist,
von innen her verstehen (der Gute Hirte kennt seine Schafe);
- Die Initiative zur Begegnung ergreifen, auf die Straße
gehen, damit die Jugendlichen bemerken, dass wir uns auch dort
wohl fühlen, wo sie aus freier Entscheidung oder gezwungenermaßen
leben (der Gute Hirte verlässt den Stall und geht los);
- Eine spontane Beziehung zu ihnen aufbauen, warmherzig, voller
Zuneigung und Interesse, voller aufrichtiger Freundschaft, die
es nicht nötig hat, dass man sie mit vielen Worten erklärt,
da sie sich in allen Gesten zeigt (Der Hirte trägt das Schaf
auf seinen Schultern und feiert mit seinen Freunden).
c) Das dritte Bild ist das der Jünger von Emmaus: angesichts
des Wiederauferstandenen Christus und mit der Aussicht auf die
Wiederauferstehung öffnen sie endlich die Augen, nachdem
sie einen gewissen Weg hinter sich gebracht haben, während
dessen sich ihnen zwar nicht die Augen geöffnet, sich ihnen
aber dafür das Herz erwärmt und der Neuheit des Evangeliums
geöffnet hat.
6. Es ist offensichtlich, dass mit dieser inneren Einstellung
der zweite erzieherische Weg (vgl. N. 3) mit dem ersten vieles
gemeinsam hat und vor allen Dingen gibt es ein gemeinsames Ziel.
Und sie teilen auch den Zweck und die Methode, insbesondere in
diesen grundlegenden Zügen, die sich folgendermaßen
darstellen lassen:
a) Vertrauen und Selbstachtung wecken; damit der Jugendliche versteht
und die Erfahrung machen kann, dass er für den Erzieher wichtig
ist und der Erzieher es für ihn ist: dies ist der Ausgangspunkt
um voller Überzeugung und entschlossen die ersten Schritte
in Richtung auf die Entscheidung zu einem anderen Leben zu tun.
Man muss ihn bei der Entdeckung der Liebe Gottes durch die konkrete
Erfahrung begleiten, dass der Betroffene sich aufgenommen und
ohne Einschränkungen angenommen und als Person geliebt fühlt
so wie sie ist. Dieser Kontakt, bei dem man mit jemandem auf du
und du steht, muss auch fortgesetzt werden, wenn der Jugendliche
in die Hände anderer Erzieher übergewechselt ist oder
die Aufnahmestelle verlassen hat.
b) Man muss dem Jugendlichen Platz einräumen, damit er eine
aktive Rolle in der Gemeinschaft übernehmen kann, man muss
sein Empfinden für Verantwortung und Freiheit wecken, damit
er sich in der Gemeinschaft zu Hause fühlen kann. Das bedeutet
jedoch auch, dass in diesem „Zuhause“ die Wärme,
die Spontaneität und eine freundschaftliche Nähe den
Vorrang haben vor der Ordnung, der Disziplin und einer schriftlich
niedergelegten Regel.
c) Die Beziehung zu jedem einzelnen Jugendlichen pflegen. Wenn
natürlich auch Methoden und allgemeinen Regeln nützlich
sind, so gilt doch, dass jeder Jugendliche ein Fall für sich
ist, eine ganz eigene Welt mit einer eigenen Geschichte. Viele
unter ihnen haben zudem bewiesen, dass sie Intelligenz und Energie
besitzen, um auch in schwierigen Situationen zu überleben,
sie haben sich als fähig, einfallsreich und listig erwiesen.
Genau bei diesen Fähigkeiten, die sich mehr oder minder deutlich
in ihrer Persönlichkeit zeigen, muss man auch weiter ansetzen,
um ihnen den Weg zu weisen, und „eine neue Richtung“
einzuschlagen, damit sie zu sich selbst finden und Subjekt und
nicht nur Objekt der Seelsorge zu ihrer Wiedereingliederung werden.
Die pädagogisch-erzieherischen Programme haben also die wichtige
Aufgabe, den Jugendlichen dahin zu bringen, dass er das eigene
positive Potential wieder entdeckt und für sich verwertet
und lernt, die eigenen Talente nutzbringend einzusetzen und die
eigenen Fähigkeiten so weit wie möglich weiter zu entwickeln.
d) Darauf abzuzielen (und das ist kein utopisches Ziel), dass
der Jugendliche sich das erzieherische Projekt zu eigen macht
und bis zu einem Punkt verinnerlicht, dass er – vielleicht
ein paar Jahre später selbst Hilfe und Anregung für
andere Straßenkinder sein kann, auf dass diese den gleichen
Weg einschlagen. Auf diese Weise stellt er sich neben seinen Erzieher,
er wird selbst zum Erzieher, aktiv in dieser spezifischen Pastoral.
e) In dem Einsatz zugunsten der Straßenkinder einen bevorzugten
Weg im Dienste des Herrn und der Begegnung mit ihm erkennen: “Was
ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das
habt ihr mir getan.“ (Mt 25, 40).
7. Es versteht sich von selbst, dass größte Teil der
Mittel, die in diesem Bereich eingesetzt werden, dazu dienen muss,
Seelsorger beruflich und geistlich vorzubereiten, die ihrerseits
bereits eine große menschliche Reife besitzen, die in der
Lage sein müssen, auf unmittelbare Erfolge zu verzichten,
und das Vertrauen aufzubringen, dass das Ergebnis ihrer Arbeit
sich auch später noch zeigen kann, vielleicht auch nach Augenblicken,
in denen alles bereits im Nichts zu enden schien. Sie brauchen
zudem eine große Bereitschaft, in Harmonie mit anderen Erziehern
zusammenzuarbeiten.
8. Eine Arbeit mit der Herkunftsfamilie anstreben (wenn möglich),
die auf die Mechanismen in einer nicht gesunden Familie positiv
einwirkt und die der Unterstützung und der Wiederherstellung
der familiären Struktur dient und der allmählichen Begleitung
und Wiedereingliederung des Jugendlichen in den Schoß seiner
Familie.
9. Zugleich ist eine Zusammenarbeit nicht nur innerhalb der eigenen
Strukturen anzustreben, sondern auch mit denen, die im gleichen
Gebiet in der gleichen Arbeit engagiert sind oder an ihr doch
jedenfalls Interesse zeigen.
Es sollte auch eine Zusammenarbeit mit anderen Kräften, die
nicht kirchlicher Natur sind, gesucht und willkommen geheißen
werden, wenn diese eine echte menschliche Empfindsamkeit beweisen,
oder auch mit den öffentlichen Behörden, auch wenn es
nicht möglich ist oder aufgrund einer eigenen Entscheidung
nicht angestrebt wird, sich auf öffentliche Finanzmittel
zu verlassen.
10. In jedem Fall muss man vorsichtig sein, damit die Eingriffe,
die durch ihren Gemeinsinn oder das Volontariat eine Ersatzfunktion
übernehmen, bei denen, deren Aufgabe es eigentlich wäre,
einzugreifen, nicht eine Einstellung und den Vorwand schaffen,
sich nicht zu engagieren. Auch aufseiten der Kirche muss, wenn
dies nötig ist, neben der Funktion des Vorschlagens und der
Anregung auch eine Funktion der konstruktiven Kritik und der prophetischen
Anklage der ungerechten und unmenschlichen Situationen treten.
11. Außerdem muss man all das in einem Netz zusammenschließen,
was in dem Territorium bereits vorhanden ist, um positive Erfahrungen
auszutauschen und gegebenenfalls auch als Hilfe vonseiten jener,
die bereits über eine lange Erfahrung verfügen für
jene, die gerade erst begonnen haben.
12. Die Straßenkinder sind tatsächlich eine „Fotografie“
der Gesellschaft, in der wir leben, Jugendliche, die sie nicht
unterstützt hat, die sie stattdessen in gewisser Weise provoziert
und ins Abseits gedrückt hat. Die hier Tätigen müssen
der Gesellschaft helfen, sich dieser ihrer Verantwortung bewusst
zu werden und in ihr ein gewisses Gefühl gesunder Beunruhigung
gegenüber diesen Jugendlichen zu entwickeln. In gleicher
Weise sollte sich auch die Ortskirche einsetzen und insbesondere
die christliche Gemeinde.
13. Für eine Mobilisierung zugunsten dieser Jugendlichen
wird es von großem Nutzen sein, im Rahmen der Bischofskonferenzen
und innerhalb der Diözesen selbst, die von diesem Problem
besonders betroffen sind, ein besonderes Büro einzurichten
(oder auch eine besondere Abteilung innerhalb eine bereits bestehenden
Büros), zum Beispiel innerhalb von dem, dass sich mit der
Mobilität der Menschen befasst, und dies in Verbindung mit
dem für die Jugendlichen oder die Familien. Es ist auch wünschenswert,
dass in die allgemeinen seelsorgerischen Vorhaben organisch eingebettete,
einschneidende und andauernde Initiativen eingegliedert werden,
die der „Pastoral der Straße“ besondere Aufmerksamkeit
widmen. Die spezifischen Seelsorger müssen die Empfänglichkeit
der kirchlichen Gemeinde und ihre Beteiligung an der Suche nach
entscheidenden Antworten für das so dringliche Problem der
Straßenkinder vorbereiten.
14. Es ist wünschenswert, dass der Päpstliche Rat für
die Migranten und die Menschen unterwegs regelmäßige
Treffen einberuft zumindest auf kontinentaler Ebene etwa in der
Art des Treffens, das eben zu Ende gegangen ist. |